Mit Hunden Sein

 

Mit Hunden sein

Freundschaft statt Erziehung

Zum Nachdenken



Haben Sie schon mal beobachtet, wie Reiter ihre Pferde rufen, wenn sie sie von der Weide holen? Wie Leute ihre Katze rufen? Wie Bauern ihre Hühner locken? Wie Leute Tiere anlocken? Wie sie einen fremden Hund ansprechen, wenn sie möchten, dass er zu ihnen kommt?

Ist es nicht verkehrte Welt, dass man ausgerechet seinen eigenen Hund, ein vierbeiniges Familienmitglied, den besten Freund des Menschen wie einen Soldaten, wie einen Sklaven, wie einen Gefangenen, wie einen Feind ruft?

Wie möchten Sie, dass Ihr bester Freund, Ihr Sozalpartner Sie ruft, wenn er was von Ihnen möchte? Ist Ihnen schon aufgefallen, dass wenn die Stimme fröhlich war, Sie sofort reagierten, Ihr Blick sofort erwartungsvoll in die Richtung des Rufenden ging? War die Stimme jedoch barsch, ärgerlich oder genervt, wussten Sie doch gleich, dass als Nächstes etwas Unangenehmes folgte, nicht wahr?

"Der soll gefälligst hören!" Ach tatsächlich?

Dann hören Sie sich doch das nächste mal selber zu beim Herbeirufen Ihres Hundes. Würden Sie kommen?

Seien Sie achtsam, seien Sie selbstkritisch. Man bekommt nichts geschenkt im Leben.




Wenn ich so durch die Lande ziehe, fällt mir immer wieder auf, dass die Hauptkommunikation zwischen Mensch und Hund aus einem äußerst barschen Ton, Kommandos oder Maßregelungen besteht. Und dazu kommt, dass die Hundehalter, wenn sie mit ihrem "besten Freund des Menschen" zusammen sind, meist einen ziemlich übellaunigen (in Bayern würde man sagen: grantigen) Gesichtsausdruck haben.

Seltenst hört man freundliche, warme oder liebevolle Töne, bzw. Lob.

Gingen diese Menschen so mit ihrem Partner oder ihrem besten Freund um, hätten sie mit Sicherheit in kürzester Zeit niemanden mehr.

Der Hund als Ventil für Alltagsfrust? Für das Verlangen von Perfektion und Diszipin von einem Tier mit einem IQ eines zweijährigen Kleinkindes?

Reflektieren Sie doch mal bitte, wie oft Sie innerhalb eines Tages Ihren Hund schimpfen, wie oft Sie strafen, wie oft Sie Ihre Wut und Ihren Frust am angeblichen Ungehorsam Ihres Hundes auslassen.

Wie würde Ihr Leben aussehen, wenn die Menschen die Sie lieben Ihnen rund um die Uhr sagen würden, wass Sie alles falsch machen und Ihnen nie helfen würden, Dinge zu verstehen, Ihnen nie einen richtigen Weg für Problemlösungen aufzeigen würden?




"Aber man sagt doch, der Hund soll.....", "aber es heißt doch, der Hund darf dieses und jenes nicht...", "ich habe gehört, dass man das so handhaben soll..." , "aber in der Hundeschule hat man gesagt, dass ich das nicht machen darf...".

Wer zum Teufel ist "man"? Eine höhere Instanz? Jemand der den Stein der Weisen entdeckt hat? Eine Gottheit? Die Masse? Die Allgemeinheit? Ein Allwissender?

Liebe Hundehalter, bitte seien Sie klug, und hinterfragen Sie grundsätzlich alles, was Ihnen gesagt oder geraten wird. Und vor allem, wenn es gegen Ihr Bauchgefühl ist. Wenn jemand mit "man" kommt, dann haken Sie nach. Wer ist "man"? Stellen Sie so viele Fragen, bis die Antwort für Sie wirklich schlüssig ist, bis Sie einen logisch nachzuvollziehenden Sinn ergibt. Bis die Antwort in Einklang mit Ihrem Bauchgefühl, Ihrem gesunden Menschenverstand, Ihrer Empathie und Ihrer Logik zu bringen ist. Informieren Sie sich, und blicken Sie mit wachen Augen um sich.
Lernen Sie Sie Fühlen, Spüren, Wahrnehmen.
Immer!




Ich kennen keinen einzigen Menschen, der 24 Stunden am Tag diszipliniert ist, der zu 100% berechenbar ist, der alles was man ihm befiehlt aufs Perfekteste und ohne zu hinterfragen ausführt, der keinerlei Emotionen zeigt, der weder Zeitung liest, noch Facebook benutzt, der keinerlei Interesse an anderen Menschen zeigt, der selbst im eigenen Heim perfekte Tischmanieren hat, der sich nie streitet, der nie wütend ist, der nie NEIN sagt, der nie aus der Haut fährt, der die besten Manieren zeigt, selbst in Ausnahmesituationen.

Merkwürdigerweise sind genau die Menschen, die all dies von ihrem Hund erwarten genau das Gegenteil von oben Genanntem.




Wie kommt man dazu von "vermenschlichen" zu reden bei einem Tier, welches wie ein Mensch fühlt, denkt, Schmerz und Freude empfindet, lebt, leidet und liebt? Nur weil ich dieses Wesen genauso behandle wie einen Menschen, den ich liebe?

Wir sind alle nur Säugetiere, lediglich die Bibel hat dafür gesorgt, dass wir auf die Idee kamen, uns über die Tiere erheben.



Photo: Petra Richter


Was lernt ein Hund, der an der Leine ein Problem bei Hundebegegnungen hat und dafür von seinem Menschen gemaßregelt/gestraft/angeschrien wird?

Dass Hundebegegnungen noch schrecklicher sind, als er bislang annahm. Und so werden die Hundebegegnungen für den Hund immer schlimmer werden, und der Mensch wird in Folge dessen immer mehr maßregeln/strafen/schreien.

Ist dem Hund damit geholfen?

Wenn ich einem Hund, der Angst oder ein Problem hat, keine Hilfe bin, also ihm keinen Trost und keine Unterstützung anbiete, wird er sich in Zukunft auch im Freilauf im Falle einer kritischen Situation NIEMALS an mich wenden, sondern sein eigenes Ding durchziehen. Und wir sind dann außen vor.




Wir legen soviel Energie, Emotionen, Ehrgeiz, Trainingseinheiten, Erziehung, Wut, Unmut und Frust an den Tag, damit unser Hund uns versteht.

Anstatt dass wir uns einfach mal die Mühe machen, unseren Hund, seine Welt, sein Verhalten, seine Empfindungen, sein Leben, seine Sorgen, seine Ängste, seine Denke und sein Hund sein zu verstehen.




Auslastung

Ein sonniger, warmer Wintermorgen. Ich gehe mit meinen 5 Hunden (die Pfötchenbande und meine treue Schäferhündin Bianca) über die Wiesen hinter unserem Haus Richtung Wald. Voller Freude rennen alle fünf erst mal los und lassen Dampf ab. Schnell trennen sich ihre Wege. Lucy entdeckt einen spannenden Geruch irgendwo auf der Wiese und geht zielstrebig darauf zu. Die blinde Kitty entdeckt ein Häufchen Fuchskot und nimmt ein ausgiebiges Schönheitsbad. Jessy zupft ein paar Grashälmchen, und die kleine freche Lilly trabt keck und emsig voraus. Bianca springt überglücklich um mich rum und lacht übers ganze Gesicht. Ich bummle langsam voraus, damit alle fünf Hunde Zeit haben, ihrer Beschäftigung nachzugehen, was natürlich unterschiedlich lang dauert. Es ist ihr Spaziergang. Und der dauert so lange, wie ich Zeit habe. Nicht wie weit wir in dieser Zeit kommen ist entscheidend, sondern was die Hunde in genau dieser Zeit machen. Das ist alles was zählt. Es ist ihre Zeit und ihr Spaziergang. Langsam finden alle wieder zusammen. An einer Ecke schnüffeln alle interessiert, mutmaßlich hat der Nachbarshund dort markiert. "Ich war hier", lautet seine Botschaft. Das analysieren sie mit ihren Riechzellen perfekt. Emsig markieren meine Chihuahuamädels drüber. "Wir auch, und wir gehören zusammen", lautet ihre Antwort. Bianca interessiert das nicht sonderlich. Andere Hunde bzw. deren Hinterlassenschaften sind ihr nicht wichtig.

Die kleine blinde Kitty trödelt mal wieder auf ihrer ewigen Suche nach markanten Gerüchen mit denen sie sich weiter pafümieren könnte.

Ich bleibe stehen, warte und atme tief ein. Die Luft riecht jeden Tag anders. Ich sehe mich um. Das Panorama sieht jeden Tag anders aus, je nach Wetterlage, je nach Jahreszeit. Aber jeden Tag aufs Neue und besonders. Ich muss mal meine Idee verwirklichen und jeden Tag ein Foto von der Alpenkette am Horizont machen, denn sie sieht wirklich jeden Tag anders aus. Auch die Luft riecht jeden Tag anders, aber das kann ich ja leider nicht festhalten. Aber dafür täglich live erleben. Wie meine Hunde.

Da bekommt Jessy ihre "5 Minuten". Aus dem Nichts rennt sie los und zieht in großem Kreisen so schnell sie kann um mich rum. Ich feuere sie begeistert an. Ihr Gesichtchen strahlt. Nach vier Runden kommt sie zu mir und ist zufrieden. Mit sich und der Welt. Sie schmeißt sich auf den Rücken und läßt sich das Bäuchlein streicheln. Dann gehen wir weiter.

Bianca ist voller Energie. Sie beißt in den Brustteil ihres Geschirres und beutelt es, so wie ein Raubtier seine Beute totschütteln würde, um ihr das Genick zu brechen. Dabei galoppiert sie langsam. Sie sieht aus wie ein Lippizaner aus der spanischen Hofreitschule. Sie schaut mich an, wirft sich auf den Rücken und blinzelt in die Sonne, läßt das Geschirrteil aus dem Maul fallen und verharrt. Ich soll sie streicheln. So gehe ich zu ihr in die Hocke, streichle liebevoll ihr Gesicht, ihren Kopf, ihren Bauch. Sie bewegt sich keinen Millimeter und genießt. Die vier andern Mädels bleiben in unserer Nähe und gehen ihren eigenen Beschäftigungen nach. Nur die kleine Lilly rückt näher zu Biancas Kopf, berührt deren Nase kurz mit ihrer und sucht dann meinen Blickkontakt. "Ich hätte auch nichts gegen eine kurze Streicheleinheit", sagt sie mir damit. Daher kraule ich sie auch. Meine Beine schlafen langsam ein, so stehe ich wieder auf und gehe weiter. Schlagartig ist Bianca wieder auf den Beinen und strahlt mich glücklich an. Immer wieder bekommt sie einen kleinen "Rennflash", sprintet ein paar Meter voraus und schmeißt sich auf den Rücken, um sich dann genußvoll im kühlen Gras zu wälzen.

Jetzt hat sie an einer Stelle einen Geruch entdeckt, der sie scheinbar sehr interessiert. Eine Wildspur? Eine Katze? Ich bummle gemütlich weiter, so dass alle die Möglichkeit haben, wieder zu mir zu kommen, wenn sie mit ihren Tätigkeiten fertig sind. Wir haben nicht vor eine bestimmte Kilometeranzahl pro Spaziergang zurückzulegen. Wir sind einfach nur zusammen, draußen an der frischen Luft und sammeln und erleben Eindrücke.

Ein paar Krähen lassen sich in einiger Entfernung nieder. Begeistert kläffend sprintet die kleine freche Lilly los, was die anderen als Aufforderung sehen, genauso enthusiastisch mitzurennen. Die Krähen nehmen das äußerst gelassen und erheben sich erst in letzter Sekunde träge ein paar Meter, was meine Hunde mehr oder minder enttäuscht zur Kenntnis nehmen. Im Prinzip haben sie es ja geahnt, aber den Spaß war es wert.

Oh, hier diese Wiese wurde wohl unlängst mit Stallmist gedüngt. Da gibt es viel zu tun für meine vierbeinigen Freundinnen. Geruch, Geschmack und Konsistenz müssen aufs Genauste geprüft werden. Das kann dauern, also verringere ich mein Bummeltempo noch mehr. Um meine Figur zu halten, dafür sind meine Hundespaziergänge nicht gedacht. Das mache ich dann abends beim Joggen bzw. im Fitnessstudio in meinen Zumba-Stunden. Das ist dann meine Zeit. Jetzt ist aber Hundezeit – ihr Spaziergang, ihre Auslastung, die Zeit, in der sie ihre Sinne nach ihrem Gutdünken einsetzen können.

Es dauert ein wenig, dann finden sich alle nach und nach wieder bei mir ein. Wir nähern uns dem Wald, aber Lucy läuft mir eine Spur zu zielstrebig in Richtung eines Gebüsches. Jetzt ist einer der seltenen Momente, wo ich sie wirklich gezielt rufen muss, denn das kommt mir spanisch vor. Als sie ihren Namen so fröhlich von mir hört, hält sie inne und entschließt sich für meine Richtung. Ich lobe sie ausgiebig und bedanke mich bei ihr. Aha, ein paar Tempotaschentücher liegen da im Gebüsch. Den Rest an Erklärung spare ich mir an dieser Stelle, um Sie, lieber Leser, zu verschonen. Der unwiderstehlichen Duft, der davon ausgeht, hat nun auch die Nase meiner übrigen Chihuahuas erreicht. Auch sie biegen eindeutig in die Richtung ab. Immer der Nase nach. Etwas "panischer" rufe ich auch sie, aber immer bemüht, das Ganze lustig und gut gelaunt zu gestalten. 14.000 Jahre Domestizierung haben es nun mal möglich gemacht, dass Hunde Fäkalien als Nahrung annehmen und auch annehmen können. Dadurch, dass wir Menschen uns so mannigfaltig ernähren führt es nun mal dazu, dass unsere Fäkalien für Hunde besonders gut duften und leider auch schmecken. Ist so. Hunde fressen alles und können auch fast alles verwerten. Daher der abfällige Name "Köter". Köter kommt von Kotfresser.

Alle entscheiden sich für meine Richtung, und auch sie bekommen von mir einen ausgiebigen Text, wie toll sie sind und wie großartig ich sie finde. Das sagt ich ihnen im Prinzip ständig. Ich liebe sie so sehr, und es ist mir einfach ein Bedürfnis, es ihnen zu sagen. Geht mir mit meinem Mann übriges genauso ;-) Der freut sich dann auch :-)

Nun sind wir im Wald. Da gibt es für die Kleinen nicht viel Spannendes, da es hier keine Gerüche von Kollegen gibt und wenig Anreize. So spazieren sie im Autopilotmodus im Gänsemarsch hinter mir her. Ganz anders Bianca. Ihr Jagdtrieb erwacht, und ich muss gut aufpassen, wenn sie was in die Nase bekommt oder etwas erspäht. Sobald ich Gefahr wittere, nenne ich freundlich ihren Namen, sie dreht sich neugierig zu mir um, ist dadurch abgelenkt, bekommt ein Lob von mir, und wir gehen weiter.

Oh, höre ich da einen Motor? Richtig, ein Traktor bahnt sich den Weg durch die schmalen Waldwege, das wird eng werden. Ich renne ein paar Meter los, weil ich weiß, dass dort eine kleine Schneise ist, in die wir uns reinflüchten können. Meine fünf vierbeinigen Freundinnen sausen ohne zu hinterfragen mit, denn wenn Frauchen so zielstrebig lossaust, dann hat das definitiv einen triftigen Grund. Die wird schon wissen was sie tut, also nichts wie hinterher! Rückwärts gehe ich in die Schneise, meine Hunde reihen sich im Halbkreis um mich herum und schauen mir erwartungsvoll in die Augen, Ich atme ganz entspannt aus, bewege mich aber keinen Millimeter, und die fünf machen es mir nach. Ich nicke dem Waldarbeiter in seinem Gefährt freundlich zu, er lächelt. Sicher ein ungewöhnlicher Anblick für ihn. Als er weg ist, krame ich aus meiner Gürteltasche fünf Leckerlis raus und gebe sie den Mädels. Gut gemacht, Ihr Lieben! Danke, dass ich mich immer wieder auf Euch verlassen kann!

Ein Jogger kommt uns entgegen. Für die kleine freche Lilly ein Riesenspaß. Jogger und Fahrradfahrer jagen ist für sie das Höchste! Sie kläfft sich schon mal warm. Ich gehe rückwärts an den Wegrand und flüstere:"Mädels?" in genau der Tonlage, die leicht fragend ist. Fünf Augenpaare blicken erwartungsvoll zu mir, und wieder reihen sie sich um mich. "Feiiin!" flüstere ich ausatmend, und bis ich meine fünf Leckerlis umständlich rausgekramt habe, ist der Jogger über alle Berge und somit uninteressant geworden.

Wir gehen den Rundweg zurück zu unserem Haus, und es gibt ununterbrochen unglaublich viel zu sehen, zu riechen, zu fühlen, zu schmecken, zu hören, wahrzunehmen.

Immer wieder legt Bianca ihren Kopf schief und schaut mit gespitzten Ohren auf den Boden. Mit ihrem guten Gehör nimmt sie jede Maus wahr, die da unter dem Gras spaziert. Ein Sprung....schade, nichts war's. Das gleiche Szenario wiederholte sich noch mehrmals... und jetzt hat sie eine erwischt! "Toll, Bianca!" rufe ich ihr zu. Genüßlich schnurpselt sie an ihrer Beute herum und trabt dann glücklich zu mir, der Mauseschwanz hängt noch aus ihrem Maul.

An einer Bank setze ich mich nieder. Weil es so schön ist. Lucy springt hoch, sie will auf meinen Schoß, Bianca buddelt sich schnell hinter der Bank eine kleine Kuhle, in die sich sich reinkuschelt, um sich die Sonne auf ihren Pelz strahlen zu lassen, die blinde Kitty setzt sich an eine warme Stelle, Jessy stromert rum, Lilly schimpft in eine Richtung, um sicher zu gehen, dass kein Bösewicht sich uns nähert. Man weiß ja nie, denkt sie. Prophylaktisch den Säbelzahntiger vertreiben.

Wir gehen weiter, und Bianca nimmt sich einen Tannenzapfen, rennt los, wirft ihn hoch, fängt ihn wieder auf, rennt weiter, lässt ihn wieder fallen, rennt zurück, holt ihn wieder, rennt wieder los, und das Ganze wiederholt sich drei mal. Dann ist er schon uninteressant geworden.

Hui, jetzt hat Lilly ein gebrauchtes Papiertaschentuch gefunden. Wie Bianca mit dem Tannenzapfen schnappt sie es sich, rennt los, lässt es fallen, reißt einen Fetzen davon ab, rennt weiter, läßt diesen wieder fallen und so weiter, bis von dem Fundstück nichts mehr übrig bleibt. Eklig, aber so sind Hunde nun mal.

Wir machen uns langsam auf den Heimweg. Zu Hause bekommt jede eine Karotte, und alle fallen müde aber glücklich in ihre Bettchen und machen ausgiebig Siesta.

Wir waren eineinhalb Stunden im Oma-Bummeltempo unterwegs. Ich habe keine Bällchen geworfen, keine Stöckchen geworfen, kein Spielzeug gehabt, keine Leckerlis ins Gras zum Suchen geworfen, habe meine Hunde über keine Baumstämme springen oder balancieren lassen, sie zu nichts animiert. Keine Kommandos verwendet (sie können und kennen auch kein einziges), keine Gehorsamsübungen machen lassen (können und kennen sie auch nicht), keine Kunststücken machen lassen (kennen und können sie auch nicht), nichts trainiert (was denn auch?), sie nicht "arbeiten" lassen (in der Tierwelt gibt es kein Geld).

Wir waren einfach nur draußen. Und glücklich. Wie jeden Tag.


In diesem Sinne – Eva




Hilfe, mein Hund bellt!

    Völlig normales Hundeverhalten: Das ist seine Sprache.


Hilfe, mein Hund schnüffelt und markiert!

    Völlig normales Hundeverhalten: Das ist seine Kommunikation, sein Facebook.


Hilfe, mein Hund schlingt!

    Völlig normales Hundeverhalten: Hunde schlucken im Ganzen und müssen nicht das Essen zermahlen.


Hilfe, mein Hund will draußen immer vorne gehen!

    Völlig normales Hundeverhalten: Der Hund hat draußen mit Ihnen Spaß und will was erleben.


Hilfe, mein Hund knurrt, wenn ich ihm sein Futter wegnehme!

    Völlig normales Hundeverhalten. Das Verteidigen von Ressourcen ist letztendlich überlebenswichtig.


Hilfe, mein Hund frisst Fäkalien!

    Völlig normales Hundeverhalten: Eine Folge der Entwicklung vom Fleischfresser Wolf

    zum Allesfresser Hund. Daher die Bezeichnung Köter. Köter kommt von Kotfresser.


Hilfe, mein Hund rammelt!

    Völlig normales Hundeverhalten: Das dient zum Einen dem Stressabbau, aber vor

    allem macht es Spaß. Uns übrigens auch.


Hilfe, mein Hund wälzt sich in übelriechenden Dingen!

    Völlig normales Hundeverhalten: Das ist sein Parfum.


Hilfe, mein Hund klaut Essen, wenn ich den Raum verlasse!

    Völlig normales Hundeverhalten: Unbewachte Ressourcen gelten für Hunde in ihrer

    Welt als freigegeben.


Hilfe, mein Hund springt an mir hoch, wenn ich nach Hause komme!

    Völlig normales Hundeverhalten. In der Fachsprache nennt man das aktive Demut.

    Er will „Lefzen lecken“, damit zeigt er seine Unterlegenheit.


Es sind in der Regel die hundetypischsten Verhaltesweisen, die uns an unserem Hund abstoßen, die uns nicht gefallen, die wir an unserem Hund nicht mögen, nicht wollen, nicht akzeptieren.


Warum dann ausgerechnet ein Hund? Wäre nicht ein anderes Haustier geeigneter?




Ab 25° C Außentemperatur trifft man immer wieder auf ein erstaunliches Naturphänomen: Die Radfahrer mit Hund. Das ganze Jahr über verstecken sie sich, aber exakt ab Hochsommerbeginn kriechen sie aus ihren Löchern. Luftig bekleidete Menschen, die sich genießerisch beim Radeln den frischen Fahrtwind um die Nase wehen lassen. Denn beim zu Fuß gehen kommt man bei den Temperaturen einfach zu leicht ins Schwitzen. Das Ganze mit einem in den Regel angeleinten, im Galopp nebenher hechelnden Hund, dem die Zunge bis zum Asphalt raushängt. Bevorzugt am Halsband.

Was geht in diesen Menschen vor? Haben ihrer Ansicht nach Hunde ein anderes Temperaturempfinden? Sind das die Menschen, die ihren Hund auch im Sommer im Auto auf dem Parkplatz braten lassen? Ist das in ihren Augen Auslastung, das berühmte Auspowern um jeden Preis? Erspart das lästiges den-Hund-noch-schnell-Bewegen? Die zeitliche Länge der "Gassi-Runde" durch entsprechendes Tempo einfach verkürzen?

Grundsätzlich powert man bitte einen Hund schon mal nicht aus. Einen Hund lastet man aus. Nur weil wir 10 Stunden täglich im Büro sitzen, was wider der menschlichen Natur ist, und wir dies durch feierabendliches Streßjoggen oder auf-dem-Laufband-rennen kompensieren, müssen wir diese Burn-Out-Vorbereitung doch nicht auf unseren Hund übertragen.

Ein Hund braucht 18-20 Stunden Schlaf am Tag. Möglichst nicht in Einsamkeit, denn dies ist kein erholsamer Schlaf. Und was tun dann Hunde in Freiheit, also Straßenhunde, verwilderte Hunde? Sie ziehen gemächlich von Müllhalde zu Müllhalde und rennen nicht im Hetzgalopp durch die Wälder. Und erst recht nicht bei Hitze sondern dann, wenn es abgekühlt ist. Man sieht überhaupt selten Tiere freiwillig länger als ein paar Minuten rennen, seien es wilde Tiere oder domestizierte Tiere.

Wenn Sie das Bedürfnis haben, ihren Hund bei hochsommerlichen Temperaturen "auspowern" zu müssen, dann rennen Sie bitte selber erst mal eine halbe Stunde durch die pralle Sonne. Aber mit warmer Jacke, ja?

"Ausgepowert" muss kein Hund werden. Auslasten hat nie etwas mit km/h zu tun, sondern mit Erleben, Sinne in Ruhe einsetzen, Gemeinschaft, Natur fühlen, Hund sein und Seele baumeln lassen zu tun. Alles andere ist kontraproduktiv und bewirkt durch die Produktion des Hormons Adrenalin, dass der Hund immer mehr und mehr braucht und immer hibbeliger anstatt ruhiger und ausgeglichener wird.




Bedingunglose Liebe

Hat Sie schon einmal ein Mensch bedingungslos geliebt?

Wirklich bedingungslos? Sie tagein tagaus geliebt - so wie Sie sind?

Egal ob Sie arm oder reich, dick oder dünn, beruflich erfolgreich oder letzte Versager sind, cholerisch oder die Güte in Person sind, wunderschön oder häßlich wie die Nacht sind, politisch ultrarechts oder ultralinks sind, gertenschlank oder massiv übergewichtig sind, kerngesund oder totkrank sind, hochintelligent oder dumm wie Brot sind, freigeistig oder stockkonservativ sind, steinreich oder bettelarm sind, übergroß oder zwergenwüchsig sind? Sind Sie von diesem Menschen wirklich jeden Tag gleich bedingungslos geliebt worden? Auch wenn Sie sich im Laufe der Jahre verändert haben, was ja natürlicherweise nicht ausbleibt? Ist die Liebe unverändert gleich geblieben?
Nein? - Kein Wunder, denn kein Mensch wird fähig sein so eine Liebe zu geben.
Und dennoch, es gibt jemanden in ihrem Leben, der Sie genau so bedingungslos liebt:

Ihr Hund

Genau dieses Wesen liebt Sie mehr als alles andere auf der Welt. Nur weil Sie mit ihm zusammenleben, weil Sie sein Mensch sind. Und er Ihr Hund.

So, nun werden Sie also von Ihrem Hund mehr geliebt als von Ihrem (Ehe-)Partner, mehr geliebt als von Ihrem besten Freund, mehr geliebt als von Ihren Eltern.

Wäre nicht die erste logische Frage: Wie kann ich diese Liebe zurückgeben? Wie kann ich das alles nur annähernd adäquat wieder gut machen? Wie kann ich mich revanchieren? Eine logische Frage für den Homo Sapiens - den weisen Menschen, nicht wahr?

Statt dessen denkt der weise Mensch darüber nach, wie er dieses Wesen, welches Liebe in Reinform verkörpert:

Drillt, straft, gängelt, zu einem unnatürlichen Wesen formt, schikaniert, unterbuttert, Schmerzen zufügt, demütigt, bedroht, ihm alles verbietet, was ihn ausmacht, seine Seele bricht, ihn behandelt wie den letzten Dreck, wie einen Sklaven, wie einen Kriminellen, wie einen Sträfling, sich über ihn erhebt. Wie man seine bedingungslose Liebe mit Füßen tritt.

Der weise Mensch?

Würde er auch einen anderen Menschen so behandeln, der ihn liebt?




Die Lust am Strafen

NEIN! AUS! PFUI! KSCHT! ist noch die harmloseste Variante.

Schimpfen, Erschrecken, Klapse, Schläge, Tritte, Ignorieren, Leinenrucks, das Halsband in die geschlossene Faust nehmen, anschreien, auf den Rücken legen, Nackengriff, Nackenschütteln, Würgen, und und und .... jetzt ist schon mein Latein am Ende, weil ich über solche Dinge gar nicht nachdenken mag und kann. Alles was aktiv und mit einer Berechnung von uns aus dazu beiträgt und dem Hund unangenehm ist, ist rein wissenschaftlich als Strafe zu beurteilen.

Strafe soll ein Verhalten des Hundes abbrechen wie in der ersten Zeile oder den Hund dazu bringen, dieses Verhalten nicht mehr zu zeigen und über seine Fehler nachzudenken. Er soll sofort erfahren, dass dies ein Fehlverhalten ist, und dass dieses in Zukunft immer auf diese Weise sanktioniert wird. Das funktioniert aber nicht, wenn man sich mal mit dem Lernverhalten von Hunden (Tieren) auseinandersetzt. Außer man straft so hart, dass das Tier gebrochen ist und nie wieder irgendein Verhalten aus Eigeninitiative zeigen wird. So werden beispielsweise Zirkustiere gebrochen.

Ein Fehlverhalten? Hunde, also Tiere kennen in ihrer Welt kein Fehlverhalten, denn das was sie tun, ist in ihrer Tierwelt die beste und sinnvollste Variante für diesen Moment im Hier und Jetzt. Für sie logisch und sinnvoll - für uns ein Fehlverhalten. Leider sind die meisten von uns die absoluten Legastheniker, was das Lesen der Hundesprache und das Verstehen des Hundeverhaltens und das Lernverhalten des Hundes betrifft. Vorne bellt es und hinten wedelt es, das ist meist alles was ein Hundehalter so von seinem Hund weiß. Es gehört viel Zeit und Willen dazu, sich in Verhaltenskunde fortzubilden.

Strafe ich meinen Hund - egal wie - ist der erste Effekt zunächst, dass der Hund erschrickt und über unser für ihn nicht vorhersehbares Verhalten veränstigt ist. Sind Sie schon mal über eine Reaktion Ihres (Ehe-)Partners oder besten Freundes erschrocken oder gar verängstigt gewesen? "Das hätte ich nie von ihm gedacht", sagen Sie danach zu einer anderen Person Ihres Vertrauens. Lernt man unter Angst, Streß, Druck, Strafe, Schmerzen? Was lernt man dabei vor allem über die Person, die dies verursacht? Was für Rückschlüsse zieht man für sich über das zukünftige Beisammensein?

Kennen Sie die Geschichten von Frauen, die von ihren Männern mißhandelt werden? Aus Sicht des Mannes ist sein Verhalten richtig. "Die hat es doch nicht anders verdient!"

Wird die Frau sich aufgrund der Bedrohungen dem Mann gegenüber ehrfürchtiger benehmen? Sie wird es vielleicht versuchen, aber sie wird mutmaßlich unbewußt immer wieder Fehler machen - Fehler in den Augen des Mannes - und wieder bestraft werden. Im Grunde ist es völlig egal was sie tut, es wird immer falsch sein. Wie wird ihre Einstellung zu dem Mann sein, den sie mal geliebt hat und wahrscheinlich immer noch liebt, warum auch immer? Hat sie Courage, dann geht sie zur Polizei oder ins Frauenhaus. Wir beglückwünschen sie zu dieser Entscheidung und stehen auf ihrer Seite. Wie ist es bei unseren Hunden?

Was geht in strafenden Hundehaltern vor? Wut? Angst? Unsicherheit? Scham vor anderen Hundehaltern als unfähig abgestempelt zu werden?

Oder ist es das prickelnde Gefühl Macht über etwas zu haben?`Macht über ein Wesen, welches schwächer ist als wir? Löst es ein Glücksgefühl aus? Was für Hormone werden wohl im Körper eines strafenden Menschen freigesetzt, dass dieser Drang zu strafen so dominant ist?

Liebe Leser, ich kann Ihnen aus langjähriger Erfahnung mit Problemhunden aller, wirklich aller Art nur immer wieder sagen:

Es geht wunderbar und nachhaltiger ohne NEIN! AUS! PFUI! KSCHT! und natürlich auch ohne allem, was dies noch übertrifft.

Und zwar so, dass Sie sich zusammen mit ihrem Hund dennoch in dieser Gesellschaft zeigen können ohne negativ aufzufallen, sondern im Gegenteil: Sogar besonders positiv aufzufallen.




Wie bastle ich mir einen Problemhund?

Leichte Anleitung für Jedermann in wenigen Schritten

Man nehme sich einen ganz normale Hund, statte ihn mit Halsband und Leine aus und unternehme den einen oder anderen Spaziergang. Bei jedem normalen hündischen Verhalten, wie dem Hinziehen zu einem anderen Hund, dem Beschnüffeln von Urin oder Kot, dem übermäßigen Begrüßen von Menschen, dem Bellen bei Unsicherheit oder einfach nur dem Vorwärtsdrang quittiere man dies bitte mit einem mehr oder minder kräftigen Leinenruck und einer aggressiven Ansage.

Wie? Das klappt noch nicht? Dann nehmen Sie bitte ein Würgehalsband oder meine ganz neue brandheiße Empfehlung: Ein sogenanntes Zuggeschirr. Dies zieht sich schmerzhaft unter den Ellenbogen (Achselhöhlen) mit einer dünnen Schnur zusammen und verursacht unsägliche Schmerzen.

Da die Viecher scheinbar zu dumm sind, unter Schmerz, Leid, Sauerstoffabschluß und Streß zu kapieren, dass sie ständig Fehler machen, und dann noch zu blöd sind, unsere Gedanken zu lesen und statt dessen das richtige Verhalten anzubieten, um diesen Schmerzen zu entgehen, basteln Sie sich somit einen wunderbaren Problemhund, der noch mehr an der Leine zieht, noch mehr in jeder Situation bellt und ganz schnell super aggressiv auf alles reagieren wird, und für sich den Rückschluß zieht, dass allein der Anblick von Menschen und Hunden mit Schmerz und Streß verbunden ist. Die Reaktion von Schmerz und Streß ist in der Regel Aggression.

Ruckzuck - fertig. War doch gar nicht so schwer, oder?

Ach ja, falls Sie eines Tages keine Lust mehr auf Problemhunde haben, haben sie A die Möglichkeit mit viel Liebe, und Geduld das Ganze wieder rückwärts aufzulösen oder B dem Hund noch mehr Schmerz und Leid zuzufügen, bis er gebrochen ist. Einfach mal SIXX einschalten, da gibt es genaue Anleitungen für Letzteres.

In diesem Sinne – seid nett zu den Wesen, die Euch lieben –




Immer wieder liest man, wie wichtig es doch ist, dass man seinem Hund ein Abbruchsignal antrainiert, und dass dies leider tausende von Wiederholungen und Übungseinheiten bedarf, bis dieses sitzt. Und mal wieder wie wichtig Regeln und Grenzen sind.

Belegt man den Namen seines Hunde IMMER positiv und hört endlich mit dem ständigen Genörgle und den vielen Maßregelungen auf, dann ist es das Leichteste der Welt, jede Situation sofort abzubrechen, indem man leise und sehr freundlich den Namen seines Hundes nennt, bzw ihn auf die Entfernung fröhlich ruft und sofort verbal freundlich bestätigt. Das muss ich nicht antrainieren oder tausendmal üben, sondern einfach machen – das ist eine Frage der Selbstdisziplinierung.

DAS ist Kommunikation. Das ist Hundeflüstern. 




"Der muss arbeiten!" - "Der muss sich sein Futter verdienen!"

Echt jetzt? Arbeiten Tiere? Und seit wann arbeiten eigentlich Menschen? Tun sie das schon immer?

Verwechseln wir da nicht ein bißchen die Tatsache, dass Tiere sich Nahrung beschaffen? Ist das wirklich arbeiten?
Wie ist es im Fall von Wölfen? Wie sieht denn der Alltag eines Wolfes aus? Hetzt er im Galopp stundenlang durch die Wälder, bis ihm ein Beutetier über den Weg läuft? Mit Sicherheit nicht, denn dabei würde er soviel Energie verbrauchen, und das wäre im Fall einen mißlungenen Beutezugs sehr kontraproduktiv. Also zieht er langsam umher in der Hoffnung, eine frische Fährte zu entdecken oder in der Ferne ein Beutetier zu sichten. Dann ein kurzer Sprint - und der entscheidet über Erfolg oder Mißerfolg. Was macht er in der übrigen Zeit? Mit seiner Familie abhängen, ruhen, schlafen oder mit den Kinder spielen.

Und Hunde? Fangen wir mal bei den Straßenhunden (alle Rassen möglich) an, denn der Hund ist ein domestiziertes Tier, also kein wildes, freilebendes Tier in dem Sinne. Neben 18 - 20 Stunden abhängen, Schlafen und Rumgammeln ziehen Straßenhunde gemächlich von Müllhalde zu Müllhalde oder von Futterstelle zu Futterstelle. Dazwischen schnüffeln und markieren sie, um so mit den anderen Kollegen über Geruch zu kommunizieren. Streß und Hektik sowie wildes Rennen wird vermieden, denn das verbraucht zuviel Energie. Die wiederum müsste man ja dann durch vermehrte Futteraufnahme wieder reinholen. Klingt das nach Arbeit?

Wir Menschen arbeiten seit Jahrtausenden, in der Regel für andere Menschen, um uns ernähren zu können. Wir geben unsere Arbeitskraft her, um ein Dach über dem Kopf zu haben und genug zu essen zu haben. Die für die wir arbeiten, profitieren davon in der Regel noch mehr. So ist es in dieser Gesellschaft, in diesem System. Wir brauchen ca. 8 Stunden Schlaf, in der Regel kommen wir aber kaum mehr dazu, da wir 8-12 Stunden arbeiten, möglichst danach noch verfügbar sein müssen, dazu der Weg zur Arbeit. Dazwischen kurze Nahrungsaufnahme. Freizeit? Ein Luxusgut. So haben wir in diesem System unser Leben im Laufe der Jahrhunderte, ja Jahrtausende geändert.

Wie machen es Menschen, die in fernen Ländern wirklich frei leben? Ureinwohner? Wie machten es unsere Urahnen, unsere Vorfahren? Die machten es wie die Tiere. Vielleicht war man damals doch noch ein bißchen klüger. Vielleicht macht uns unser Verstand, unser Wissen unser Mensch-Sein nicht mal zwingend klüger? Wir der Homo Sapiens, die selbsternannte Krone der Schöpfung.

Also: Warum müssen Hunde (und Pferde ja auch) unter uns "arbeiten". Für was? Was verstehen wir unter "arbeiten"? In der Regel verstehen wir darunter bedingungslosen Gehorsam zu zeigen, zu funktionieren. Für was? Für uns? Oder für sie selber? Soll unser Hund ausbaden, was wir selber tagtäglich erleiden müssen? Weiß ein Hund im Freilauf mit seinem Menschen denn nicht selber, wonach ihm gerade ist? Ob er gerade rennen möchte oder einfach nur schnüffeln und bummeln? Hat er nicht selber Ideen oder sind wir schon so fest in dem Mechanismus, dass wir uns ausdenken, was ihm zu gefallen hat?

Ist es so schwer zu ertragen, sich einfach ein Tier ins Haus zu holen und mit ihm eine gemeinsame gute, liebevolle Zeit zu haben? Und das lieber Leser ist das einfachste der Welt. Wenn wir es nur zulassen. Und ja - es geht ohne "arbeiten". Und nein, Ihr Hund wird dadurch weder aggressiv noch nicht gesellschaftsfähig noch unausgelastet - ganz im Gegenteil.